Freitag, 24. Dezember 2010

Was kommt nach der Revolution?

"Die Welt ist im Wandel. Ich spüre es im Wasser. Ich spüre es in der Erde. Ich rieche es in der Luft." (LOTR)


Im Moment schlagen wir viele Schlachten an verschiedenen Fronten. Zum einen kämpfen wir mit Wikileaks und Co. gegen die Mächtigen dieser Welt, die Piratenpartei ist unser politischer Arm. Wir kämpfen gegen Stuttgart 21, gegen den Überwachungsstaat, gegen Niedriglöhne von denen keiner mehr leben kann, gegen Hartz4, gegen Atomkraft und nicht zuletzt gegen einen riesigen Schuldenberg. Wir sind wütend weil wir jeden Tag belogen werden - von unseren Regierungen, der Opposition, den Banken und Spekulanten und den Konzernen. Wir wollen die Menschen aufklären, die Lügen ans Tageslicht bringen, die Verantwortlichen bloßstellen, die Demokratie wiederbeleben. Wir möchten Transparenz, eine Welt ohne Hunger, Utopia?.


Das Weltgeschehen wird von einigen wenigen in Hinterzimmern bestimmt. Ihre Instrumente sind die Geheimdienste, verschworene Zirkel, die Lüge, die Sprache und die Lobbyisten. Man wird das Gefühl nicht los, dass permanent und mutwillig gegen das eigene Volk gearbeitet wird, sei es aus dem Willen heraus die eigene Macht zu erhalten (und zu stärken) und/oder sich persönlich zu bereichern oder einfach nur um Recht gehabt zu haben. 


Europa droht auseinander zu brechen, sowohl finanziell wie politisch. Ungarn hat bereits den Pfad zu dunklen Seite eingeschlagen. China wird immer stärker, die USA immer schwächer. Russland versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Nordkorea droht mit einem Nuklearschlag. Nichts ist mehr wie es mal war, das Weltgefüge ist im Wanken. 


Und wir gießen fleißig Öl ins Feuer, sägen an allen Ecken und Enden in der Hoffnung das alles besser wird. Unser Katalysator ist das Internet. Wir wollen Veränderung, der "kommende Aufstand" wird beschworen. Es riecht hier und da schon ein bisschen nach Revolution.


Und dann? 
Was passiert nach der Revolution? 
Nach dem großen Knall? 
Nach dem anarchistischen Vakuum?


Was wird aus der verbrannten Erde entstehen? Wird die Geschichte wieder den gleichen Lauf nehmen? Kaiserreich, Raubtierkapitalismus, Nationalsozialismus, Weltkriege, 68er? Oder übernimmt die Mafia das Ruder. Gelingt es eine bessere, ehrlichere Welt aufzubauen? Ich weiß es nicht.


Haben wir einen Plan für die Stunde null?





Kommentare:

  1. Ich finde dieses "Wir", das Du gegen ein "die" in Stellung bringst, problematisch. Denn damit gehst Du implizit davon aus, dass es einen Common Sense innerhalb der Gesellschaft gibt, der nur auf Grund des Einsatzes von Politik- und Lobbyismus nicht durchgesetzt werden kann.

    Aber diesen Common Sense gibt es nicht. Weder innerhalb einer Gesellschaft, noch im Gefüge einer Weltordnung.

    Die Welt eben nicht ausschließlich in Hinterzimmern bestimmt, wäre die Situation wirklich so einfach, müsste es ja auch die Figur des "guten Politikers" geben, quasi lauter Joachim Gaucks und Obamas. Und was mit Obama passiert, sieht man ja gerade.

    Das Ding ist, meiner Meinung nach, dass die Gesellschaft als solche sich Kontrollmechanismen auferlegt. Egal welche das sind, das fängt beim Fitnesswahn an und hört in der grundsätzlichen Gutheißung von "Kameraüberwachungen" auf.

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  2. Das ist zwar alles richtig, ist aber keine Antwort auf die Frage. Das "Wir" ist bewusst gewählt, da ich denke dass es dieses "Wir" schon gibt, auch wenn es nicht die oft beschworene "Netzgemeinde" ist.

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  3. Muss Hakan uneingeschränkt zustimmen. Es gibt kein WIR.
    Es gibt lauter Einzelinteressen die Situation zu ändern aber jeder hat seine eigene Vorstellung davon in welche Richtung. Der moderne Pluralismus bringt ein Problem mit sich; es ist der Glaube an Systeme völlig verloren gegangen. Zum Teil zurecht aber auch nicht völlig. Das ist ein Problem wenn man wirklich was ändern will. Man muss wissen WO man selbst genau steht und WO man hin will!

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  4. "We Are Anonymous"
    "We are Legion"

    "We come in peace"

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