Freitag, 8. Mai 2009

Von Autobahn-Webcams und Datenlecks

Die Autobahnen A8 und A81 werden ab sofort per Webcams überwacht. Angeblich um die Verkehrsteilnehmer noch aktueller (?) über die Verkehrssituation zu informieren.

"In einer ersten Ausbaustufe übertragen ab sofort 14 Webcams an sechs Standorten entlang der Autobahnen A8 und A81 aktuelle Bilder vom Verkehrszustand [...] In den kommenden zwei Jahren werden wir an über 60 weiteren Standorten rund 100 Kameras aufstellen, so der Innenminister"

Da fällt mir nur ein: Niemand hat vor, hier eine Mauer zu bauen.
Was für ein Schwachsinn. Was soll das bringen und wer soll sich wann wo diese Bilder ansehen (wollen)?

"Bei der Bildauflösung wird darauf geachtet, dass keine personenbezogenen Daten oder gar Personen zu erkennen sind."

Ah so, na dann ist es ja ok. Wers glaub wird selig.

"Der Ausbau werde insgesamt rund zwei Millionen Euro kosten ..."

Verstehe ich nicht. Die brauchen doch eigentlich nicht so ein Haufen Geld auszugeben (hallo, wir haben eine Wirtschaftskrise; ja auch im Süden), die Mautkameras nehmen ja eh schon alles auf was man für die Strafverfolgung so alles gebrauchen kann.

Zum zweiten Thema:
Beim Bundestag gibts ein Datenleck und zwar bei der allseits so beliebten E-Petiton (gegen Internetzensur). BKA, it hör dir trapsen. Hi, hi. Also ich hab kein Problem damit, dass mein Name da veröffentlich wird, stehe ja ein für das was ich tue und für meine Meinung. Aber ob's legal ist ist eine andere Frage.

Was mich jedoch wirklich wundert ist: Die Authentizität der Unterzeichner ist nicht garantiert. Jeder kann sich beim E-Petition Server mit falschen persönlichen Daten registrieren und so für andere Personen, ohne deren Wissen, eine Stimme abgeben. Es gibt, abgesehen von der Mailüberprüfung (ha ha) keine weitere technische oder organisatorische Überprüfung der Echtheit der Mitzeichner.

Kommentare:

  1. Nun ja, man streicht die von der Leyens und Mustermanns von der Liste, und wenn man dann noch Schmu erwartet, kann man als Stichpobe ein paar der Unterzeichner kontaktieren. Ich denke, dass es bei auf der Straße gesammelten Unterschriften auch Erfahrungswerte gibt, wie viele oder wenige Prozent der Unterzeichner Blödsinn eintragen.

    Wer Authentifizierung für einfache Unterschriftenlisten fordert, bekommt bald einen E-Personalausweis und darf dann allerlei Dinge zwangsweise digital signieren.

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  2. mhh, einfach so leute runterstreichen geht ja auch nicht. es gibt ja leute die mustermann heißen und sicher auch von der leyens die nix mit zensursula zu tun haben. also: fragwürdig

    Die Unterschriftenfunktion beim eperso an sich ist per se ja erst mal nix schlechtes. habe heute schon eine s-mime von signtrust zum rechtssicheren signieren von dokumenten. sehe hier erst mal kein problem ...

    halte die sache mit der Authentizität bei den e-pets für weiterhin problematisch weil ich ja einfach für andere unterschreiben kann (bei denen dann das BKA kommt - scherz)

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  3. @Staatsausgaben: Gemäß Keynes (nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik) MUSS der Staat in einer Wirtschaftskrise durch eigene Ausgaben, notfalls auch durch Kreditaufnahme, die Wirtschaft wieder antreiben. Diese Ausgaben sind in einem Boom wieder durch höhere Steuern und verringerte Ausgaben hereinzuholen. Leider wurde der zweite Punkt in den letzten Jahren wohl nicht so richtig umgesetzt...

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  4. Nichts gegen Keynes. Kein Zweifel der Staat muss Geld ausgeben, aber nicht für so einen Schwachsinn. Fehlt bloss noch das er in schrottige Banken einsteigt (hö hö) oder den Opel-Schwachmaten das Geld vor nicht Füße knallt. Ist wie direktes Abfackeln von Geld direkt nach dem Drucken.

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