Mittwoch, 27. Mai 2009

MdB C. Marks (SPD) und die Killerspiele

Am 5. Mai hatte ich Frau Caren Marks (SPD), MdB wegen Ihrem Engagement im Schützenverein "Germania Heitlingen" angeschrieben. Ich wollte Ihr klar machen, dass Waffen zum Töten und Verletzten von anderen Menschen da sind und für nix anderes.

Ausserdem habe ich, etwas provokant, versucht ihr mitzuteilen, dass aus meiner Sicht Schützenvereine viel schlimmer sind als Killerspiele (die man übrigens früher einfach "Ballerspiele" nannte).

Frau Marks muss man wissen, ist seit 2008 Sprecherin der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend (und seit 2005 zu allem übel auch noch im Fraktionsvorstand der SPD-Bundestagsfraktion. Das soll verstehen wer will. Ist mir ein Rätsel wer Frau Marks auch nur in die Nähe des Bundestagsgebäudes gelassen hat). Aber wer auch noch im Verteidigungsausschuss sitzt, dem ist wohl nix zu blöd. Familie, Jugend und Verteidigung???

Zwei Tage später, am 7. Mai, kam dann Ihre Antwort (ich muss vermutlich dankbar sein, dass überhaupt eine gekommen ist. Auch noch persönlich unterschrieben und ohne Standardtextblöcke. Und das bei der Finanzlage im Bund zur Zeit, schon erstaunlich) .

Ich möchte Teile des Antwortschreibens hier veröffentlichen und kommentieren in der Hoffung dass es jemand liest, versteht, daraufhin nie mehr SPD wählt, Frau Marks ihren Job verliert, dann hauptberuflich Gewehre im Schützenverein Melledorf - wo sie "gerne Mitglied" (Zitat) ist - putzen muss und somit in der Bedeutungslosigkeit versinkt.

Hält sie also für abenteuerlich! Das sollte Sie mal den Hinterbliebenen von Winnenden sagen. Ok, die angedeutete Behauptung von mir mit der Ausbildung von Amokläufern war reine Provokation. Aber das blöde Argument, dass jeder Amokläufer einer Weg findet ist unhaltbar. Mit Schusswaffen gehts halt einfacher. Es ist schon einen riesen Unterschied 15 Personen mit einem Messer zu erstechen oder aus 30m Entfernung zu erschießen ohne ihnen dabei in die Augen sehen zu müssen.


Die Waffengesetzte hier sind scheiße. Bloß weil die Gesetzte in anderen Ländern noch beschissener sind, ändert daran nix. Die Sache mit den Autos kommentiere ich nicht, auf dieses Niveau begebe ich mich dann doch nicht. Ich kriminalisiere Schützenvereine nicht, ich finde sie einfach nur unnötig wie ein Kropf. Und nur weil das fraktionsübergreifend gesehen wird (hier war sie sehr unsicher, deshalb mal lieber Bezug auf die Allgemeinheit nehmen) macht es das nicht wahrer. Frau Marks, wir sprechen uns (hoffentlich nicht) nach dem nächsten Amoklauf eines weiteren Idioten der im Schützenverein war (oder einen Bezug dorthin hat) wieder!

Jetzt kommt aber das Sahnehäubchen, passend zur aktuellen Killerspieldiskussion und den Verboten von E-Sport Events in mehreren deutschen Städten:

Ja Frau Marks, ich bezeichne "Sport"schießen mit scharfen großkalibrigen Waffen als schlimmer als die Ballerspiele!!!

Ach noch was: Warum dann eigentlich Paintball verbieten??

Kommentare:

  1. Es ist traurig, mit wie wenig Sachkentniss von Politikern argumentiert wird, wenn sie sich mit konkreten Fragen konfrontiert sehen. Wie üblich wird dann die eigentliche Frage nicht, eine andere, überhaupt nicht gestellte Frage ("Autos verbieten") beantwortet. Es werden Behauptungen als Tatsachen dargestellt, bei denen der Politiker davon ausgeht, dass sich das Publikum nicht die Mühe macht, sie zu überprüfen. So läuft Politik :(

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  2. Ich teile auf jeden Fall den Gedanken, dass der Umgang mit echten Waffen und das ständige Training, mit echten Waffen und Munition, eine wesentlich bessere "Vorbereitung" auf das Schießen auf echte Menschen ist, als ein Computerspiel es je sein kann!!!

    Die Argumentation von der Frau Marks ist sehr schwach!

    Erst einmal muss ich der Frau Marks zustimmen, was die Argumentation angeht, warum man die Schützenvereine nicht verbieten sollte! Ich bin auch der Meinung dass ein Verbot in solchen Fällen nicht die Lösung sein kann.
    Aaaaber... WARUM um Himmels Namen ist dann ein Verbot von Killerspielen (wie ich diesen Begriff hasse!) sinngemäß?!?!?
    Ich meine, hat sie sich danach überhaupt durchgelesen was sie geschrieben hat?
    Ein normaler Mensch müsste doch gleich erkennen, dass es dort einen riesigen Widerspruch gibt!

    Was soll der letzte Satz von Frau Marks überhaupt?

    ZITAT"Sie bezeichnen allen Ernstes das Sportschießen auf Scheiben als schlimmer als das virtuelle Töten von Menschen in sogenannten Killerspielen?"

    ... was zur Hölle soll hier "schlimmer" bedeuten??? Ist doch wieder nur eine persönliche Meinung, welche bekanntlich höflicher weise nicht über alle anderen Meinungen stellen sollte!

    Man könnte es aber auch so sagen:

    MEINE FORMULIERUNG
    "Ja, das Abfeuern von echten Schusswaffen mit scharfer Munition auf Zielscheiben ist eine "bessere Vorbereitung" auf ein Amoklauf als das Betätigen von Tastatur und Maus!"

    Ich finde allein für diesen einen Satz sollte man die gute Frau Marks entlassen. Denn sie hat nicht verstanden worum es in Spielen wie Counter-Strike(als Killerspiel bezeichnet, obwohl in der deutschen Version kein einziger "virtueller Mensch" getötet wird (oh man!wie lächerlich das doch klingt!)) geht.
    Unter diesen Voraussetzungen ist man nicht wirklich in der Position laut "Verbot" zu schreien!

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  3. Schusswaffen sind NICHT nur zum Töten und Verletzen anderer Menschen da.
    Vollautomatische Gewehre und Karabiner, sowie Maschinengewehre und Granatwerfer (Und sonstige Kriegswaffen) mögen vielleicht dafür da sein (Sind aber auch nicht mit Jagd- oder Waffenschein zu haben!) aber ein Jagdgewehr oder ein einschüssiges Präzisionsgewehr ist ganz sicher nicht zum Töten von Menschen ausgelegt.
    Ich teile jedoch die Meinung, dass ein Paintballverbot vollkommen sinnlos ist und "Killerspiel"-Verbote ebenfalls keinen Beitrag zu irgendetwas sinnvollem darstellen.

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  4. Für was ist denn dann ein einschüssiges Präzisionsgewehr ausgelegt, wenn nicht zum Töten von Menschen? Und jetzt bitte nicht den Jäger rauskramen der auf die Hirschkuh schießt, siehe Statement unten.

    Nochmal zur Klarstellung (eigentlich überflüssig aber trotzdem): Polizei, Militär, ggf. Wachdienste und Berufsjäger sollen (und müssen sogar) eine Waffe mit sich führen. Aber allen anderen (insb. "normale" Privatpersonen) sollte der legale Zugang zu scharfen Waffen ausnahmslos untersagt werden!

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  5. Auch ich halte, die Behauptung es abenteuerlich, einen direkten Zusammenhang zwischen Schützenvereinen und Amokläufern herzustellen. Außerdem hat vermutlich jeder Deutsche einen Zusammenhang mit Schützen, weil in jeder Verwandschaft oder Bekanntschaft irgendwer im Schützenverein ist. (Das habe ich nicht überprüft aber bei ca. 1,5 Mio Sportschützen kann man das annehmen.) Das jeder Amokläufer zu einer Waffe kommt, ist aus meiner Sicht, auch unhaltbar, nur Gelegenheit macht noch keinen Amokläufer. Aber Amokläufer würden trotzdem versuchen an Waffen zu gelangen, und einigen würde es auch gelingen, wenn Schützenvereine verboten würden.
    Du behauptest weiterhin "Die Waffengesetzte hier sind scheiße", als deine persönliche Meinung kann ich das aktzeptieren, aber mal als Frage: Hast du unser Waffengesetz mal gelesen? Könntest du konkretisieren was daran "Scheiße" ist?
    Weiterhin meinst du, dass du Schützenvereine nicht kriminalisierst, aber für "unnötig" hälst. Ich persönlich halte Ego-Shooter für unnötig, ich habe so einen schonmal gespielt und kann mich dafür nicht begeistern, aber nur weil ich sie für unnötig halte verlange ich kein Verbot. Auch bin ich nicht der Meinung, das Sportsschießen schlimmer ist als "Ballerspiele", aber auch nicht umgekehrt. Ich finde das sind einfach zwei verschiedene Arten seine Freizeit zu gestalten.

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  6. Gelegenheit kann auf jeden Fall Amokläufer machen (siehe Winnenden).

    Ja ich kenne das Waffengesetz (beschäftige mich schon länger mit dem Thema absolutes Verbot von scharfen Schusswaffen für Privatpersonen) und du schreibst auch gut und ausführlich in deinem Blog drüber: http://atarme.de.vu/

    Was ich am Gesetz scheiße finde: Wie bereits gesagt, ich würde mit Ausnahme der Polizei, Berufsjägern, Wachdiensten und dem Militär scharfe Schusswaffen grundsätzlich verbieten. Wozu brauchen "normale" Bürger in Deutschland scharfe Schusswaffen? Ich verstehe es einfach nicht. Ich kann ja auch keine Handgranaten, MG's und Panzerfäuste legal erwerben (Warum eigentlich nicht?).

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  7. Schöner Artikel bei den Ruhrbaronen:

    http://www.ruhrbarone.de/der-schutzenverein-ist-der-endgegner/

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  8. Die Antwort zeigt die Macht der Schützenlobby - vor allem auf dem Land. Der Schützenbund hat 1,5 Millionen Mitglieder und in vielen kleineren Gemeinden sind die Schützen so etwas wie Xing für "Bauern" - in den Vereinen werden Netzwerke geknüpft, wer was sein will muß Schützenkönig werden etc.. Wir sind dagegen bislang für die Politik unwichtig.

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